Hallo liebe Streuner-Hochzeits-Blog-Leser,

herzlich willkommen bei einem neuen knappen Blogeintrag.
Es tut mir leid, er wird nicht kurz, denn dafür habe ich gestern viel zu viel erlebt smiley.

Zuallererst möchte ich aber all den verrückten Hühnern, die gestern dabei waren und all das auf die Beine gestellt haben, von ganzem Herzen danken!
Es war wundervoll und unvergesslich!
Ich danke Euch!

Es begann damit, dass ich vor ein paar Wochen vorbereitet wurde, dass ich am 11. Juli meinen Junggesellinnenabschied haben sollte.
Ich wurde aber nur informiert, weil es übernachtungstechnisch die beste Möglichkeit war, das mit unseren Besucherinnen zu organisieren.

Zuerst tauchte gestern meine große Schwester bei uns auf.
Kurz darauf klingelte Carmen an der Tür.
Angie hatte mir ihre Sachen schon mitgegeben und ich wusste, auch sie würde ich im Laufe des Abends noch treffen.

Nach dem ersten Prosecco und einer Menge Ahnungslosigkeit bei mir, begaben wir uns dann auf den Weg zum Bus.
Welchen Bus wir nehmen müssen, hat mir keiner gesagt, aber ich ging von dem direkt vor unserer Tür aus.
Das war schon mal der erste Spaß, denn beim Umsteigen in die U-Bahn, stellte Carmen fest, dass das nicht die Haltestelle ist, die Andi ihr genannt hatte.
Wir sind also sozusagen von hinten durch die Brust ins Auge an unsere erste Station gekommen.
Eigentlich wollten die Mädels mir ja nicht sagen, wohin die Reise geht, aber um zur Station zu finden, war das doch die leichteste Variante.
Nordfriedhof… ich begann, mir ernsthafte Gedanken zu machen, was zum Geier dort auf mich warten sollte. Es war kurz nach fünf oder so.
Erwartete mich etwa eine Nachtwanderung dort? Eigentlich ein bisschen hell, aber da hätte ich auch ernsthaft noch ein bisschen Zeit gebraucht, um mir all den Mut anzutrinken, den ich gebraucht hätte.
Ich sehe zwar vielleicht ein bisschen nach Gruft aus, bin aber in Wahrheit keiner… in mir schlummert dann doch eine kleine Rockabilly-Seele.
Das aber wisst Ihr ja schon, und außerdem gehört das nur bedingt zur Geschichte smiley

Am Nordfriedhof angekommen – wir sind dann über die Stadtmitte gefahren – machten wir uns auf den Weg.
Ich dachte mir “Wahnsinn, was passiert denn hier? Gehen die mit mir die Stationen Münchens ab, die ich schon ohne Andi besucht habe?” Wir sind nämlich an dem Hotel vorbeigegangen, in dem ich jedes Mal übernachtet habe, wenn ich aus Mannheim beruflich in München war. Ich habe den Mädels dann erzählt, dass ich in der Champions-Sportsbar des Marriott in der Nähe mal am Abend Burger gegessen habe, und wie der Zufall es wollte, sind wir genau in dieses Marriott und genau in diese Bar gegangen…
Ich war fasziniert!

In der Sportsbar durfte ich mir den Platz aussuchen. Sicherheitshalber habe ich den Platz in der Ecke gewählt. Das hat den Vorteil, dass ich alles überblicken kann und sich auch niemand von hinten anschleichen kann. Außerdem waren wir umrahmt von lauter starken Männern, denn die Bilder von Cassius Clay bzw. Muhammad Ali und anderen Boxern hingen um uns herum. Über den Beamer lief dann die Formel BMW und die beiden Mädels sagten mir “jetzt läuft da noch Autorennen, aber vielleicht kommt ja noch was, was Dich interessieren könnte”.
Glücklicherweise wusste ich nicht, dass Felix Sturm gestern boxte, sonst wäre ich sicher davon ausgegangen, dass die Mädels mit mir gemeinsam einen Boxkampf schauen. Das wäre sicher spannend geworden, vor allem, weil ich mir vorstellen kann, dass das für einige ein wirklich großer Freundschaftsbeweis gewesen wäre 😉

Den zweiten Prosecco durfte ich dann in Ruhe trinken, der dritte musste ein wenig schneller in mich rein, denn wir mussten weiter.

Ich war noch völlig ahnungslos und umrahmt von zwei hübschen, geheimnisvoll lächelnden Damen, und wir zogen los zur U-Bahn.

Die nächste Station hieß dann Gieselastraße, und dort schauten Carmen und Karin ein bisschen orientierungslos auf den Plan, den Andi ihnen gemacht hatte.
Meine Frage, wo wir denn hinmüssen, wurde nicht beantwortet, weshalb ich mich entschied, abwechselnd mit den Händen nach links und rechts zu zeigen und unermüdlich kundzutun, dass ich wusste, wo wir waren, indem ich sagte “links Münchner Freiheit, rechts Odeonsplatz”.
Carmens Handy klingelte, aber das war gerade wohl nicht so wichtig. Beim zweiten Anruf ging sie dann doch ran, drehte sich währen des Telefinierens das eine oder andere Mal im Kreis, und sagte so seltsame Dinge wie “wo? Hinter was?” Ich fand den Abend jetzt schon lustig smiley

Irgendwann fand Carmen den Anrufer auch.
Im Außenbereich des Lokals, vor dem wir standen saßen Birgit, Dany und Angie.
Sie hatten auch schon einen Cocktail vor sich stehen.
Da haben wir uns dann gleich mal angeschlossen, und kaum war der Cocktail da, kamen Franzi, Verena und Claudi. Claudi hatte ich noch im Urlaub gewähnt.
Wir haben Essen bestellt und es war sehr gemütlich.

Nachdem ich mich dann gestärkt hatte, eröffneten mir die Mädels, dass ich für mein Essen zu arbeiten hatte und bauten mich zur Jukebox um, was dann so aussah:


Der geneigte Hörer durfte wählen zwischen

– A little less conversation von Elvis
– Lieschen, Lieschen von JBO
– New York, New York von Frankieboy
– Son of a preacherman von Dusty Springfield
– You’re my heart, you’re my Soul von Modern Talking.

Interessanterweise war das letzte Lied das zunächst am meisten gewählte, bis wir schon vorher sagten, dass ich das eigentlich gar nicht wirklich kann.
Glaubt mir, es war besser so… ich habe, außer beim Refrain nicht die leiseste Ahnung, wie die Melodie geht, aber ich habe mir wirklich, wirklich Mühe gegeben (ganz nach dem Motto “sie bemühte sich stets, unseren Anforderungen gerecht zu werden”)

Einem Herren war es sogar 5 Euro wert, mich singen (oder aufhören?) zu hören. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle.

Der ganze Spaß sollte aber nicht lange dauern, denn plötzlich standen zwei Herren der ordnungshütenden Gemeinschaft neben uns…
Erst war ich überrascht, dann dachte ich mir, ok, sagste mal hallo.
Soweit so gut.
Bis sie wissen wollten, wer dafür verantwortlich ist und uns darüber aufklärten, dass das mit den Junggesellenabschieden so überhand nimmt, dass man sich eine Tagesgenehmigung für 50 Euro bei der Stadt holen muss, damit man sowas machen darf. Hatten wir nicht, denn wussten wir nicht.
Meinen Ausweis hatte ich auch nicht dabei, denn was ich nicht dabei habe, kann ich nicht verlieren.
Den Herren reichte irgendwas mit dem Namen drauf, also meine EC-Karte.
Mein Geburtsdatum und meinen Geburtsort wollten der eine Herr wissen.
Zwischenzeitlich erklärte mir der andere, dass ich nun mit einer Strafanzeige zu rechnen hätte und ca. 280 Euro auf mich zukommen würden.
Langsam wurde ich sauer, so dass ich dem anderen Herren, der nach meinen Geburtsort gefragt hatte, dann noch ein “Groß-Gerau aber mit sz” entgegenwarf.
Meine Gedanken waren in etwa die folgenden:
“Na klasse! Jeder Arsch darf überall seinen blöden Junggesellenabschied feiern, nur bei mir kommen die d*******n B****n und wollen Kohle! Und das wo die Münchner in Bayern doch die Liberalsten sind.”
Viele sehr nette Passanten fanden das auch unmöglich und haben sich für uns stark gemacht mit Aussagen wie “Das ist ja wohl ne Lachplatte!” “Jetzt verderben die den jungen Leuten den Spaß!” “Das kann ja wohl nicht wahr sein!”
Einer der Herren in beige und grün fand das Ganze dann wohl so amüsant, dass er sich umdrehte, um zu lachen, weil er seine Autorität wohl nicht selbst untergraben wollte.
Meine Gedanken überschlugen sich “HAHA! Sehr witzig! Man, womit man so seinen Spaß haben kann!”

Meine Mädels sind kämpferischer unterwegs als ich, denn ich dachte mir “ok, da müssen wir nun durch, betreiben wir Schadensbegrenzung”.
Als die Frage auftauchte, ob man denn garnichts machen könne, sagte der “lustige” von beiden “Ja, wenn vielleicht eine der Damen einen Vater bei der Polizei hat…”
Ich dachte “YES! Verena holt uns da raus!” und war ihr schon da dankbar.
Bis… ja, bis einer der Herren doch tatsächlich Handschellen zückte…
Handschellen?! Mit Tigerplüsch??!


Ja, Mädels, die Überraschung ist Euch definitiv gelungen!
Danke sehr! Und schnucklig waren die beiden auch 🙂
Leider konnten wir sie nicht einladen, mit uns zu trinken, denn sie waren tatsächlich im Dienst.
Herzlichen Dank auch an dieser Stelle an Verenas Papa und die Münchner Polizei, die diesen Spaß mitgemacht haben smiley

Danach brauchte ich dringend was zu trinken!
Ich zitterte total!

Als wir dann weiterzogen, verkaufte ich Lose, von denen ich nicht wusste, was drin stand.
Der erste zog “einmal unten fummeln”, was mir die Farbe aus dem Gesicht holte und ihm dann doch ein paar Euro wert war und erhielt dafür…
…ein Paar Schnürsenkel!

Das “Wochenende auf einer Schönheitsfarm” brachte sagenhafte 20 Euro und der junge Mann war nicht so happy über das Stück Seife, das er erhielt, aber er machte gute Miene zum bösen Spiel.
Das Los auf dem BMW stand (mein persönlicher Liebling) war Gegenwert für ein Brot mit Wurst, das Candle-Light-Dinner war eine Konserve mit einem Teelicht…

Es war herrlich!

Die zwei Packungen Feiglinge brachten wir auch noch gut an den Mann, und wir machten uns dann noch auf den Weg in die drei Türme, wo wir den Abend, oder besser gesagt, die Nacht ausklingen ließen.
Für mich war der Eintritt frei, wir bekamen zwei Flaschen Prosecco, über den Abend verteilt ein paar Rosen, ein paar Kurze und hatten eine Menge Spaß…

Ehrlich verwundert war ich schon, dass es hell war, als wir beim letzten Lied den Laden verließen.
Und auf dem Heimweg staubten wir noch die Telefonnummer des Türstehers, der Carmen gar nicht gehen lassen wollte, ab. smiley

Es war der Wahnsinn, und ich bin sehr, sehr happy, dass ich so tolle Mädels um mich hatte, die sich teilweise noch nie gesehen haben aber auf anhieb verstanden.

Ihr seid die Besten!

Wie es mir heute ging, könnt Ihr Euch sicher vorstellen, aber solche Abende sind es wert!

Nun wird es aber Zeit fürs Bett.
Hier noch der Link zu den restlichen Bildern.

Guten Start in die Woche und immer viel Spaß für Euch!

Liebste Grüße
Eure Nici